Mit Gegenwind in die Zukunft

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Schon immer bin ich gerne Fahrrad gefahren. Zur Schule, zum Sport, zu Freunden – egal, wohin ich musste, mein Fahrrad brachte mich überallhin. Und noch eine deutliche Erinnerung an diese Zeit ist gegenwärtig: Ich hatte immer Gegenwind. Am Morgen, wenn ich zur Schule fuhr, und mittags, wenn ich zurückradelte, immer noch. Irgendwie nahm ich das persönlich und fragte mich, wie das sein konnte. Normalerweise hätte ich doch mindestens in eine Richtung Rückenwind haben müssen.

Der Anspruch auf Rückenwind

Meine Erinnerung ist ein paar Jahrzehnte alt und ich muss immer noch schmunzeln, wenn sie kommt. Irgendwie hat mir das Strampeln gegen den Wind auch Spaß gemacht. Und das tut es noch. Ohne E-Bike. Rückenwind gefällt mir natürlich genauso, und bis heute suche ich nach Möglichkeiten, mit dem Wind zu fahren. Aber haben wir einen Anspruch auf Rückenwind? Auf der Metaebene ist dieses Bild gar nicht trivial. Bist du bereit? Dann lass uns anfangen.

Was ist Wind?

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Die wichtige erste Frage ist: Was ist eigentlich Wind? Per Definition ist Wind eine gerichtete Luftbewegung. Eine, die viel Kraft haben kann oder wenig, aber sie enthält immer die Konsequenz einer Veränderung. Schau dir das für dich selbst an, erst einmal ganz grundsätzlich. Wie gehst du mit Veränderungen um? Bist du biegsam oder versuchst du alles so zu erhalten, wie es gerade ist? Das Risiko von Biegsamkeit ist die Gefahr, sich zu verbiegen und am Ende gar zu brechen. Alles erhalten zu wollen wiederum beinhaltet ein anderes Risiko, nämlich starr zu werden – und deswegen zu brechen. Beide Strategien haben also unter Umständen dasselbe nachteilige Ergebnis. Und beide haben jeweils einen eigenen, sichtbaren Vorteil: sich zu verändern oder etwas zu bewahren, entweder die Bedingungen oder zumindest die eigene Integrität. Jetzt kommt der nächste Erkenntnisschritt: Beide Möglichkeiten sind wichtig und für eine gute Zukunft von Vorteil.



Nun sehen wir uns den Wind genauer an. Weht er von vorn oder von hinten? Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass du folgende Fragen für dich beantwortest: Glaubst du, einen Anspruch auf Rückenwind zu haben? Steht Rückenwind dir zu oder ist er Glückssache? Und andersherum: Empfindest du Gegenwind als anstrengenden Spaß oder fluchst du heimlich und strampelst entnervt? Jede Antwort hilft dir, dich besser zu verstehen, deine Strategien bewusst einzusetzen und sie zu erweitern. Das führt zur nächsten Frage, nämlich der, wie du mit Gegenwind umgehst.

Vom Umgang mit Gegenwind

Wir bleiben beim Gegenwind. Was tust du? Änderst du den Weg oder das Ziel? Bleibst du beharrlich dort, wo du bist? Im übertragenen Sinne lässt Gegenwind uns stärker werden. Zumindest ist das so, wenn wir uns dafür entscheiden. Trotzdem, er kann uns ja auch brechen. Es geht also letztlich wieder einmal um die Frage, ob das endlose Ankämpfen gegen den Wind sinnvoll ist oder ob ein Umweg ansteht. Wenn du jedes Mal das Ziel änderst, wird es vermutlich schwierig, deine Träume und Sehnsüchte zu verfolgen. Denn eines kann ich sicher sagen:

Ohne Gegenwind funktioniert Leben nicht.

Manchmal zeigt Gegenwind, dass du auf dem falschen Weg bist oder auch das falsche Ziel hast. Und sehr oft zeigt Gegenwind genau das Gegenteil. Er zeigt dir: richtiger Weg und richtiges Ziel.

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Mein Vorschlag

Um dieses Prinzip zu verinnerlichen, setze dich dem Wind bewusst aus. Ganz körperlich. Stell dich in den Wind, dreh dich im Wind um und spüre diese Kraft. Freunde dich mit ihr an. Auf der Metaebene entspricht der Gedanke des Umdrehens einer Veränderung deiner Blickrichtung. Nutze die Möglichkeit, alle Prozesse unter dem Aspekt zu betrachten, was sich verändern würde, wenn du es anders sehen könntest. Ich mache das mit den Fragen: „Was, wenn doch?“ oder „Was, wenn nicht?“ Vielleicht kannst du auch das in deiner Tagesroutine erlauben. Beide Übungen sind kraftvoll. Probiere sie aus.

Der Zauber des Gegenwinds

Eine bessere Zukunft zu erschaffen, kann viel Gegenwind bedeuten. Weil du dafür eintreten musst. Weil es unkomfortabel wird. Weil nicht jeder deiner Meinung sein wird. Weil es sein kann, dass du die Früchte deines Einsatzes nicht mehr erlebst – und du ihn trotzdem wagst. Weil du vorher nicht weißt, ob deine Bemühungen die richtigen sind. Und da kommt der Zauber des Gegenwindes ins Spiel. Der entfaltet sich nämlich genau in dem Moment, wo du beschließt, dass es sich lohnt. So oder so. Und dann könnte es sein, dass der Gegenwind sich unerwartet wie Rückenwind anfühlt. Weil er dich tragen kann. Weil er deine Kräfte mobilisiert. Weil er dich in Bewegung bringt.

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