Die wilde Jagd

Inhaltsverzeichnis

Was ist das denn nun wieder? Der Begriff stammt aus der “Deutschen Mythologie” des Volkskundlers und Germanisten Jacob Grimm und wurde auf dieser Grundlage etabliert. Die wilde Jagd besteht der Sage nach aus einer Gruppe übernatürlicher Jäger, die über denHimmel jagen. Sie ziehen durch die Nacht und künden von Unheil. Manchmal zogen sieZeugen dieses Schauspiels oder die Seelen von Schlafenden mit.

Vorbote von Unheil

Soweit die Grundidee. Verständlich ist sie, denn in der Zeit gab es viele Möglichkeiten sich angesichts der Dunkelheit, des Wetters und des pfeifenden Windes zu fürchten. Die wilde Jagd galt als Vorbote für Kriege, Dürren, Krankheiten oder andere Katastrophen. Manche Menschen sahen sie auch als den Vorboten zum Tod.

Die wilde Jagd und die Rauhnächte

Die wilde Jagd ist in den Rauhnächten unterwegs, denn da gelten die Grenzen zwischen den Welten als besonders dünn und durchlässig. Mit der längsten Nacht des Jahres öffnet sich gar das Tor zur Anderswelt und die wilde Jagd kann ungehindert ihr Unwesen treiben. Inganz Europa gibt es dazu verschiedene Bräuche und Sagen, aber alle enthalten dieses Element des Wilden und der Anderswelt. Nur der Anführer unterscheidet sich, je nach Gebiet und Glauben. Es gibt sogar Mythen, in denen auch Frau Holle ein Teil der wilden Jagd ist.

Archetypische Bilder

Ganz sicher sind diese Sagen Personifizierungen der Ängste des Menschen in dieser Jahreszeit. Ich glaube, sie sind ein archetypischer Ausdruck für unser Verhältnis zur Dunkelheit. Und es ist klug, sich damit auseinanderzusetzen und einen Umgang damit zu finden. Künstler, Musiker, Geschichtenerzähler und Filmemacher bedienen sich bis heute dieser Motive, um diese Elemente fühlbar zu machen. Sie sind kraftvoller Ausdruck für die Auseinandersetzung mit dem Bösen, dem Unheimlichen – etwas, was bis heute den Menschen beschäftigt. Umso besser, wenn es bewusst geschieht.

Buchempfehlung

Noch mehr entdecken

Nur Mut – Das Jahr wird gut

Die Spatzen pfeifen es buchstäblich von den Dächern: 2023 hat begonnen. Es ist ungewöhnlich warm für den Januar. Ich kann mich nicht erinnern, wann es das letzte Mal so war oder ob ich das überhaupt schon mal in Deutschland erlebt habe. In jedem Fall fällt es mir besonders auf. Sollte ich darauf beunruhigt reagieren? Nun, zumindest könnte ich das. Würde es etwas nützen? Vermutlich nicht. Also entscheide ich mich, es einfach zu beobachten und bewusst zur Kenntnis zu nehmen. Gleichzeitig wechseln sich klare, kraftvolle Farben am Himmel mit Regenwolkengrau ab und mir ist kalt. Wird das die Mischung im kommenden Jahr? Mild und hart zugleich? Beunruhigend und vertraut? Während ich friere und dankbar bin für meine Handschuhe, meinen Schal und meine Mütze, denke ich: Nur Mut – das Jahr wird gut.
Jetzt weiterlesen

Die Zeit zwischen den Jahren

Training im Dezember 2018. Eine Frau verabschiedete sich mit dem Wunsch: „Komm gut über die Zeit zwischen den Jahren.“ Mein Trainer sah mich ratlos an. „Die Zeit zwischen den Jahren? Was ist das? Ich dachte, ein Jahr schließt sich an das andere an.“ Er schüttelt ratlos den Kopf. Dann fragt er: „Kennst du das?“ Ja, ich kenne das und mir ist es so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Interessant, wie unterschiedlich geläufig altes Brauchtum sein kann.
Jetzt weiterlesen
ImpressumDatenschutzerklärungUnterstützung